Kirche und Corona

Durch die Änderungen im Infektionsschutzgesetzt des Bundes und in der 13. BaylfSMV haben sich für unsere kirchliches Leben erfreuliche Veränderungen ergeben.

Die wichtigsten Neuerungen sind:

- Mittelerweile sind nur noch die Inzidenzgrenzen 50 und 100 rechtlich relevant.
- Weiterhin gelten die bekannten Hygienemaßnahmen. Dies gilt auch für vollständig geimpfte und genesene Personen
- Nur bei privaten Zusammenkünften, bei denen sowohl geimpfte oder genesene als auch sonstige Personen teilnehmen, bleiben geimpfte und genesene Personen bei der Ermittlung der Zahl der Teilnehmer unberücksichtigt, d.h. in den Gottesdiensten werden sie mitgezählt.

1    Gottesdienste, Andachten, Kasualien 
Gottesdienste können in Präsenz gefeiert werden. Alle Personen tragen in geschlossenen Räumen durchgehend FFP2-Masken – auch am Platz (§ 6 Satz 1 Nr. 3). Ausnahmen siehe unter Nr. 1.2. und 1.4. Bei Gottesdiensten im Freien besteht keine Maskenpflicht.

Geimpfte und genesene Personen sind auch weiterhin bei der für den jeweiligen Kirchenraum erlaubten Gesamtbesucherzahl mitzuzählen. Auch hier ist der Mindestabstand von 1,50 m einzuhalten.


1.1    Allgemeine Regeln 
Jeder Körperkontakt ist zu vermeiden.

Mindestabstand 1,5 m, auch beim Betreten und Verlassen der Kirche. Enge Emporen bzw. Emporen mit engen Aufgängen werden nicht genutzt.

FFP2-Maske während des gesamten Gottesdienstes.

Kinder und Jugendliche zwischen dem sechsten und dem 15. Lebensjahr müssen nur eine Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) tragen (§ 1 Abs. 2 Satz 2).

Abendmahl im Gottesdienst wird als Wandelkommunion mit Mindestabstand 1,5 m ausgeteilt (nur wo das nicht kreuzungsfrei möglich ist, in gut organisierten Halbkreisen) 

Höchstgrenze an Teilnehmerinnen und Teilnehmern: Für Gottesdienste im Freien wie im Inneren bestimmt sich die Höchstgrenze nach dem vorhandenen Platz bei Einhaltung des Mindestabstands. Es gelten die unten genannten Regeln. Es wird derzeit rechtlich nicht zwischen Gottesdiensten im Innenraum und im Freien unterschieden.

Gottesdienstproben mit Teams: Teams, die den Gottesdienst mitgestalten, dürfen für den Gottesdienst proben. Es werden hier vor den Proben und vor dem Gottesdienst für alle im Team Schnelltests empfohlen.

1.2    Liturgisches Sprechen und Predigen ohne FFP2-Maske mit Mindestabstand 2 m (wo lautes Sprechen ohne Mikrofon nötig ist, weiterhin 4 m).

1.3    Musik im Gottesdienst: Gemeindegesang ist bei einer Inzidenz unter 100 wieder erlaubt.(§ 8 Nr. 3 und 4). 
Ein Liturg/eine Liturgin darf ebenso wie ein kleines Ensemble ohne Maske singen. 
Vokal- und Instrumentalensembles sind möglich, auch einzelne Mitglieder von Posaunenchören dürfen spielen. 
Dabei muss ein Abstand zueinander und in alle Richtungen von 2 m eingehalten werden, womit sich die Obergrenze für Ensembles ergibt. Bei sehr großen Kirchen und Emporen darf trotz umfangreicherer Platzmöglichkeiten die Anzahl von zehn Personen pro Ensemble nicht überschritten werden.

Regelmäßig wiederkehrende Proben sind bei einer Inzidenz unter 100 wieder zulässig.

1.4    Befreiung von FFP2-Masken-Pflicht
Wem aufgrund einer Behinderung oder aus gesundheitlichen Gründen das Tragen einer FFP2-Maske nicht möglich oder zumutbar ist, kann von der Trageverpflichtung befreit sein (§ 1 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2). Diese Befreiung muss durch eine ärztliche Bescheinigung belegt werden, ggf. unterschieden nach MNB und FFP2-Maske. Das Hausrecht erlaubt auch eine strengere Regelung als die staatliche Regelung zur Befreiung, d.h. im Zweifel sollte das Tragen verlangt werden, mindestens MNB.
 

1.5 Kasualgottesdienste (Taufen und Trauungen)
Es werden derzeit vermehrt Anfragen zu Trau- und Taufgottesdiensten gestellt, gerade, wenn sich daran dann eine Familienfeier im selben Kreis anschließen soll.
Im Sinne der 13. BayIfSMV gibt es zusätzlich besondere Regelungen für "private Veranstaltungen" aus besonderem Anlass und mit einem von Anfang an begrenzten und geladenen Personenkreis. Anders als bei "öffentlich zugänglichen Gottesdiensten" ist es hier so, dass geimpfte und genesene Personen in ungebrenzter Anzahl zusätzlich zur zulässigen Höchstteilnehmerzahl hinzukommen dürfen.
Bei Trau- und Taufgottesdiensten, die wie folgt abgehalten werden, gehen wir davon aus, dass diese als "private Veranstaltungen" zu werten sind, auch wenn sie in kirchenrechtlicher und theologischer Hinsicht als gemeindeöffentliche Gottesdienste abgehalten werden:
       - Die Gottesdienste dürfen nicht öffentlich zugänglich sein, d.h. der Zugang zum laufenden Gottesdienst und zum Kirchenraum darf Dritten nicht ermöglicht werden.
       - Teilnehmen kann nur ein von Anfang an klar begrenzter und geladener Personenkreis
       - Die Gemeindeöffentlichkeit wird sichergestellt, indem sich bis vor Beginn des Gottesdienstes interessierte Gemeindeglieder beim Pfarrer oder bei der Pfarrerin anmelden können. Dieser oder diese überprüft die Höchstteilnehmerlzahl für diese "private Veranstaltung" im Sinne der Norm. Diese Interessierten werden dann nach Möglichkeit kurzfristig eingeladen und ihre Namen werden vermerkt.
       - Die Veranstaltung muss im Einklang mit dem Hygienekonzept der Kirchengemeinde stehen, welche der Kirchenvorstand verantwortet. Es wird empfohlen, im Hygienekonzept auch in diesen Fällen dringend die Maskenpflicht aufzuerlegen, da es sich ebenfalls um Gottesdienste handelt.

1.6    Aussegnungen und Bestattungen
Bestattungen sind Gottesdienste, die in der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung geregelt sind. Für sie gilt nicht die Regelung für Veranstaltungen bei Todesfällen (bis zu 30 Personen) gemäß § 28b Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 IfSG. 
Hier hat der Freistaat Bayern seine Regelungskompetenz für die Ausgestaltung von Gottesdiensten geltend gemacht (§ 28b Abs. 4 Nr. 10 IfSG). Für Bestattungen gilt daher keine allgemeine Höchstzahl der Teilnehmenden. Die Höchstzahl richtet sich individuell nach dem Infektionsschutzkonzept der Trägerin für ihren Friedhof mit den Gebäuden und im Freien  Diese Regeln gelten nur für kirchliche Bestattungen aber auf kirchlichen und kommunalen Friedhöfen gleichermaßen.
Damit gelten für Bestattungen folgende Vorgaben:
 - In Gebäuden bestimmt sich die zulässige Höchstteilnehmerzahl nach der Anzahl der vorhandenen
Plätze, bei denen ein Mindestabstand von 1,5 m zu anderen Plätzen gewahrt wird.
 - Zwischen Personen, die nicht demselben Hausstand angehören, ist ein Mindestabstand von 1,5 m zu
wahren.
 -  Für die Besucher gilt FFP2-Maskenpflicht (Kinder zwischen 6 und 15 nur Mund-Nasen-Bedeckung).
 - Gemeindegesang ist möglich bei einer Inzidenz unter 100
 - Infektionsschutzkonzept:
 - Es liegt ein Infektionsschutzkonzept des Friedhofsträgers vor, das die Infektionsgefahren im Hinblick auf die örtlichen Traditionen und Gegebenheiten minimiert.
- Das Konzept kann die Höchstteilnehmerzahl im Hinblick auf die Gegebenheiten vor Ort auch im Freien einschränken.
- Bei Bestattungen, bei denen Teilnehmendenzahlen zu erwarten sind, die zur Auslastung der Kapazitäten führen, ist die Teilnahme nur nach vorheriger Anmeldung zulässig.
Anschließende Zusammenkunft der Trauergäste
Eine anschließende Zusammenkunft der Trauergäste mit einem von Anfang an begrenzten und geladenen Personenkreis ist nach §7Abs. 2 der 13. BaylfSMV bei einer 7-Tage Inzidenz unter 100 grundsätzlich zulässig. Bei einer 7-Tage-Inzidenz zwischen 50 und 100 dürfen bis 25 Trauengäste in geschlossenen Räumen und bis zu 50 Personen unter freiem Himmel zusammenkommen. Voraussetzung herbei ist, dass jeder Teilnehmer über einen Testnachweis verfügt. Geimpfte und genesene Personen sind hiervon ausgenommen. Liegt die 7-Tages-Inzidenz unter 50, beträgt die zulässige Teilnehmerzahl an der Zusammenkunft der Trauergäste in geschlossenen Räume bis zu 50 Personen und unter freiem Himmel bis zu 100 Personen. Geimpfte und genesene Personen können zusätzlich zu den genannten Personenzahlen an der Zusammenkunft teilnehmen.

2    Krankenabendmahl, Begleitung Sterbender, 
Besuche zu Hause sowie in Alten- und Pflegeheimen
Seelsorgebesuche bei einsamen oder isoliert lebenden Gemeindegliedern sollen unter Beachtung der notwendigen Schutzmaßnahmen als Priorität gelten. Viele alte Menschen belastet ihre Einsamkeit besonders. Krankenabendmahl ist bei Beachtung der Schutzmaßnahmen möglich

Spezielle Besuchs- und Schutzregelungen für Patienten und Bewohner (§ 9)
Beim Besuch im Krankenhaus (§ 9 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1) gilt Maskenpflicht und das Gebot, durchgehend den Mindestabstand von 1,5 m einzuhalten.
Beim Besuch von vollstationären Einrichtungen der Pflege, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und ambulant betreuten Wohngemeinschaften, Altenheimen und Seniorenresidenzen gilt, dass jeder Bewohner und jede Bewohnerin täglich von höchstens einer Person besucht werden darf. Von dieser Beschränkung ausgenommen sind hauptamtliche Seelsorger*innen. Die Besucher*innen müssen über ein schriftliches oder elektronisches negatives Testergebnis in Bezug auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 verfügen. Auf Verlangen muss dieses nachgewiesen werden. Jeder Besucher hat zu jeder Zeit innerhalb der Einrichtung eine FFP2-Maske zu tragen und nach Möglichkeit durchgängig den Mindestabstand von 1,5 m einzuhalten (§ 9 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1). 
In begründeten Fällen kann die Einrichtungsleitung ihr Hausrecht ausüben und den Zugang in die Einrichtung weiter einschränken.

Die Begleitung Sterbender ist jederzeit zulässig (§ 9 Abs. 3). 
Begleitung und Nähe sind jedoch nicht nur für Kranke und Sterbende wichtig. Einrichtungsleiter*innen, Seelsorger*innen und Fachreferent*innen haben daher gemeinsam einige Unterstützungsmöglichkeiten und Ideen entwickelt: 

3 Kirchenmusikalische Proben und Veranstaltungen
Proben im musikalischen Laienbereich sind möglich bei einer 7-Tage-Inzidenz von unter 100. Hygieneschutzmaßnahmen sind dabei zu beachten, insbesondere ist das staatlich vorgeschiebene Hygienekonzept für Proben und der Bereichen Laienmusik einzuhalten.
Bei Proben richtet sich die Höchstzahl der Teilnehmenden nach der Größe des zur Verfügung stehenden Raumes, bei dem der nach dem staatlichen Hygienekonzept vorgegebenen Mindesabstandt zuverlässig eingehalten werden kann.
Außerdem besteht für Teilnehmende an Proben eine Testnachweispflicht.
Die Aufnahme von Kontaktdaten ist bei der Probe erforderlich und muss u.a. den Zeitraum des Aufenthaltes enthalten.